Health-Compose
How to FHIR
Ein kurzer Einstieg in FHIR und wie du Packages im Editor schnell analysierst.
Inhalt
Was ist FHIR?
FHIR (Fast Healthcare Interoperability Resources) ist ein Standard für den Austausch von Gesundheitsdaten. Er definiert wiederverwendbare Bausteine (Resources), die sich mit Profiles, Extensions und ValueSets für konkrete Projekte präzisieren lassen.
FHIR® ist eine eingetragene Marke von Health Level Seven International (HL7).
Beispiel: gematik-Projekte
Im Editor findest du beispielhafte Packages aus dem gematik-Umfeld. Diese zeigen typische Strukturen rund um ePA, TI und Terminologien. Inhalte und Verfügbarkeit hängen vom jeweiligen Package ab.
Beispiel-Package
gematik ePA Basis
Beispiel-Package
gematik ePA Medication
Beispiel-Package
gematik TI
Beispiel-Package
gematik Terminology
Beispiel-Package
gematik FHIR Directory
Der Editor zeigt dir dabei, welche Artefakte zu einem Projekt gehören, welche Abhängigkeiten aufgelöst werden und wie die Profilierung konkret umgesetzt ist.
Projektbestandteile im Detail
In gematik-Projekten findest du typischerweise eine Kombination aus Profilen, Terminologien und konkreten Beispielen. Im Editor kannst du diese Bausteine einzeln öffnen, vergleichen und nachvollziehen.
StructureDefinition
Definiert Profile, Extensions und Constraints für Resources.
ValueSet & CodeSystem
Gültige Codes und Terminologien für definierte Felder.
SearchParameter
Sucheinstiege für Artefakte im Projekt.
Example & Bundle
Beispieldaten und konkrete Austauschpakete für Tests.
CapabilityStatement
Welche FHIR-Funktionen ein System anbietet.
NamingSystem
Identifikatoren, OIDs und URIs im Projektkontext.
Kardinalitäten verständlich erklärt
Profile legen fest, ob ein Feld optional oder verpflichtend ist. Das wird über Kardinalitäten angegeben und hilft, Daten fachlich korrekt zu erfassen.
0..1
Feld ist optional und darf höchstens einmal vorkommen.
1..1
Feld ist verpflichtend und muss genau einmal vorkommen.
0..*
Feld ist optional und kann beliebig oft vorkommen.
1..*
Feld ist verpflichtend und kann mehrfach vorkommen.
Beispiel: Eine Diagnose kann 0..* sein, weil mehrere Diagnosen möglich sind. Der Patient‑Identifier ist oft 1..1, weil er zwingend benötigt wird.
FHIR-Elemente im Projektkontext
Viele Profile spezifizieren Datentypen wie CodeableConcept oder Identifier. Der Editor hilft dir zu sehen, welche ValueSets, Referenzen oder Constraints hinterlegt sind – z. B. für Krankenhaus‑Typen, Diagnosen oder Medikamente.
CodeableConcept
Beschreibt Dinge wie Diagnose, Krankenhaus‑Typ oder Medikamentenart.
Beispiel: Kliniktyp „Akutkrankenhaus“ oder Diagnose „Diabetes mellitus“.
Coding
Der konkrete Code hinter einem Begriff (System + Code + Anzeige).
Beispiel: LOINC-Code für Blutdruck oder ATC-Code für Wirkstoffe.
Identifier
Eindeutige Kennungen wie Patienten‑, Fall‑ oder Rezept‑IDs.
Beispiel: Versicherten‑ID oder interne Fallnummer.
Reference
Verknüpfungen zwischen Datenobjekten (z. B. Patient ↔ Aufenthalt).
Beispiel: Ein Aufenthalt verweist auf den zugehörigen Patient.
Quantity
Messwerte mit Einheit wie Blutdruck oder Körpergewicht.
Beispiel: 120 mmHg oder 72 kg.
Period
Zeitspannen wie Aufnahme‑ und Entlasszeitpunkt.
Beispiel: Aufnahme 01.01.2025, Entlassung 05.01.2025.
Beispiel: Krankenhausaufenthalt als Bundle
Ein Bundle bündelt zusammenhängende Informationen – Patient, Aufenthalt, Diagnosen und Medikamente. Im Editor siehst du, wie alles miteinander verknüpft ist und welche Profile dahinterliegen.
- Patient mit Identifiern (z. B. Versicherten‑ID).
- Aufenthalt verweist auf den Patient (Reference).
- Vitalwerte als Observations mit Coding (z. B. Blutdruck) und Quantity.
- Diagnose als Condition mit CodeableConcept (z. B. ICD‑10‑GM).
- Medikation als MedicationRequest mit Wirkstoff‑Codings.
Unter der Haube steuern ValueSets, CodeSystems und Profile, welche Werte erlaubt sind.
Bundles im Projektkontext
Der Editor hilft dir, konkrete Bundles zu analysieren und zu erweitern, wenn sie auf einem Package basieren. So kannst du prüfen, welche Ressourcen in einem Bundle zusammenkommen, wie sie profiliert sind und welche Abhängigkeiten daraus entstehen.
Typischer Ablauf: Package auswählen, relevante Artefakte prüfen, Bundle-Struktur nachvollziehen und Änderungen dokumentieren oder teilen.
So nutzt du den Editor
Die Schritt-für-Schritt-Anleitung liegt auf einer eigenen Seite.
Anleitung öffnenBegriffe im Überblick
Resource
Grundbausteine in FHIR (z. B. Patient, Observation).
Profile
Spezialisierungen von Resources für einen konkreten Use Case.
Extension
Erweiterung eines Profils für zusätzliche Anforderungen.
ValueSet
Definiert erlaubte Codes für ein Element.
Implementation Guide
Dokumentiert die Anwendung von FHIR in einem Projekt.
Package
Sammlung von Artefakten und Abhängigkeiten mit Versionierung.
Kardinalität
Gibt an, wie oft ein Feld vorkommen darf: z. B. 0..1 (optional, max. einmal) oder 1..* (mindestens einmal).